Ausstellung Harf Zimmermann | ASSERVATE

Berlin, 16. April 2018 –  Nach der erfolgreichen Vernissage und dem anhaltend starken Interesse an der Fotoausstellung „Harf Zimmermann | ASSERVATE“, wird der Künstler interessierten Besuchern in zwei kostenlosen Führungen die Schau im historischen Kornversuchsspeicher in Berlin-Mitte vorstellen: Am Dienstag, den 17.4. um 17 Uhr sowie am Sonntag, den 22.4. um 16 Uhr. Anmeldungen werden erbeten auf der Website www.kornversuchsspeicher.com

Die einzigartige Ausstellung umfasst 30 Fotografien aus 30 Jahren (1988 – 2018) zum Thema Berlin und wurde von Felix Hoffmann, Hauptkurator von C|O Berlin, zusammengestellt, die nur noch bis zum 22. April zu sehen ist. Damit hat die Öffentlichkeit außerdem die seltene Gelegenheit, den denkmalgeschützten Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert von innen besichtigen zu können, noch bevor in Kürze die Sanierungsarbeiten beginnen werden.

Unterstützt und präsentiert wird die Ausstellung von Thomas Bergander, Geschäftsführer der TAURECON GmbH, dem Entwickler des „Quartier Heidestrasse“ in der Europacity.

Ein Trabi 500, ein Blick in einen mit Stuck reich verzierten Saal und die Schlossbaustelle des Humboldtforums im Zentrum Berlins – Eindrücke aus einer Stadt, die wie keine andere europäische Metropole seit 1989 ihr Gesicht verändert hat. Harf Zimmermanns Fotografien beleuchten schlaglichtartig den Wandel der Zeit. Der Trabi steht in einer menschenleeren Straße in Ostberlin. Der Blick in den Spiegelsaal von Clärchens Ballhaus in Berlin-Mitte, wie sich ein vom Zweiten Weltkrieg halb zerstörter Innenraum über die gesamte Zeit der deutsch-deutschen Teilung konserviert hat. Erst in den 1990er-Jahren wurde er wiederentdeckt. Und schließlich verweist die Schlossbaustelle auf den Ort, an dem zuvor der Palast der Republik stand und nun ein Hoheitssymbol des Wilhelminischen Kaiserreichs neu entsteht – aus Beton. Der Blick auf jene Orte im Osten der Stadt zeigen, wie sich offene Brüche schließen und neue entstehen.

Berlin hat keine kontinuierliche, sondern eine komplizierte und wechselvolle Geschichte – geprägt von Preußen, dem Nationalsozialismus, der Berliner Mauer, dem Kalten Krieg und der Wiedervereinigung. Die schon bis zum Fall der Mauer entstandenen Zäsuren werden nun abermals durch Fotografie überformt. Mit seinen Großbildkameras auf Stativ, auf sehr großen Negativen dokumentiert Zimmermann die Simultaneität des Übergangs. Seine Bilder zeigen den Wandel, das Scheitern und den Erfolg als ein Dazwischen.

Kein anderer deutscher Fotograf hat, mit Konzentration auf Ostberlin, über einen so langen Zeitraum und mit der immer gleichen handwerklichen Meisterschaft und Liebe zum Detail Orte dokumentiert, die den historischen Wandel beschreiben und sichtbar werden lassen. Gerade hier wird deutlich, wie unterschiedlich mit Bausubstanz, Architektur und Lebensraum umgegangen wird. Die Fotografien von Zimmermann sind Zeitkapseln, die festhalten was war, und einen Ausblick darauf geben, was sein wird.

Harf Zimmermann | ASSERVATE
Fotografien 1988 – 2018
Kornversuchsspeicher
Heidestraße 20c, 10557 Berlin
bis 22. April täglich geöffnet 13 bis 18 Uhr

Anmeldungen für die Führungen: www.kornversuchsspeicher.com