Golda-Meir-Steg in spektakulärer Aktion über dem Berlin-Spandau-Schifffahrtskanal installiert

Golda-Meir-Steg

Die Europacity darf sich über ein weiteres Highlight freuen: den Golda-Meir-Steg. Abgeleitet von der Namensgeberin ist der Steg in Gold lackiert – auch wenn es kein echtes Gold ist. Denn der Fußgänger- und Radfahrsteg über den Berlin-Spandau-Schifffahrtskanal ist nach der ehemaligen israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir benannt. Zusammen mit der Promenade und dem zukünftigen Otto-Weidt-Platz bildet er ein wichtiges Element der touristischen Infrastruktur und verbindet die ehemals geteilten Stadtteile Moabit und Mitte. Das neue Zentrum der Europacity nimmt als urbanes Quartier zunehmend an Lebensqualität zu. Brücke, Platz, Promenade und Freitreppe werden einen attraktiven Aufenthaltsbereich in der Europacity schaffen.

Bereits im Dezember 2019 begannen die ersten Arbeiten zur Baustelleneinrichtung und zur Herstellung der Baufreiheit. Die benötigten Flächen wurden eingezäunt, die Verkehrsregelung eingerichtet und das Baufeld durch Bohrsondierungen nach möglichen, aus dem zweiten Weltkrieg verbliebenen Kampfmitteln abgesucht. Nach erfolgter Baustelleneinrichtung begannen im Februar 2020 die Spundwand- und Verpresspfahlarbeiten zur Herstellung der Baugruben und zur Gründung der Bauwerke. Im April 2020 wurden die Gründungspfähle unter den Brückenwiderlagern hergestellt. Es wurde mit dem Aufbau der Widerlagerbewehrung am Ostufer begonnen. Im Juni 2020 erfolgte der Aufbau der Schalung und Bewehrung der ersten Freitreppensegmente und der Brückenwiderlager.

Parallel zu den vorbereitenden Arbeiten wurde die Golda-Meir-Brücke in Auftrag gegeben. In sechsmonatiger Bauzeit wurde die 190 Tonnen schwere Stahlbrücke mit dem filigranen Erscheinungsbild im Bayerischen Stützengrün gefertigt. Die 80 Meter lange und 4,5 Meter breite Brücke wurde auf ein Binnenschiff verladen und auf eine anspruchsvolle Reise nach Berlin geschickt. Bis zum Endziel hat der Steg eine 14-tägige Reise auf dem 1.600 km langen Wasserweg hinter sich gebracht, ab Deggendorf über die Wasserstraßen mit unzähligen Schleusen durch den Rhein-Main-Donau Kanal nach Duisburg, von dort in den Mittellandkanal zur Havel, dann in die Spree bis er den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal erreicht hat. Am 22. Oktober wurde die Brücke in einer spektakulären Aktion mithilfe eines Krans und dessen Gegengewicht von rund 300 Tonnen aus dem Schiff „Bandolino“ gehoben und an seinem dafür vorbereiteten Platz installiert. Der Kanal war während dieser Zeit für den regulären Schifffahrtsverkehr temporär gesperrt.

Die stützenfreie Brücke spannt nun in einem leichten Bogen über den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal. Der komplette Anschluss wird noch bis Frühjahr 2021 andauern, danach bietet der Steg einen barrierefreien Zugang zur Kieler Straße. Der Steg wird dabei auf der Ostseite in die vorhandene Umgebung und Freitreppe integriert. An der Westseite wird es auf Basis des vorhandenen Planungsstands der Landschaftsarchitekten für den neu entworfenen Stadtplatz eingepasst. Um der Balkenbrücke eine außergewöhnliche Erscheinung zu geben, wurden Ornamente in das Geländer gearbeitet, die durch eine Beleuchtung in der Dunkelheit betont werden.

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